Mathieu Molitor im Museum der Bildenden Künste Leipzig

Mathieu Molitor im Museum der Bildenden Künste LeipzigLeipzig. Kennen Sie Mathieu Molitor? Nein? Waren Sie schon in Auerbachs Keller? Ja? Dann kennen Sie Molitor – von ihm stammen die Figurengruppen Mephisto und Faust sowie Verzauberte Studenten im Eingangsbereich des Restaurants in der Leipziger Mädlerpassage.

 

 

 

 

 

Das Museum der Bildenden Künste Leipzig widmet dem 1873 in der Eifel geborenen Künstler noch bis zum 31.Oktober die Ausstellung “Mathieu Molitor. Maler – Bildhauer – Grafiker“.
Wäre es nach Molitors Vater gegangen, Molitor hätte nie Maler werden können. Doch gegen den Wunsch des Vaters suchte er sich eine Ausbildung als Dekorationsmaler in Köln. Dort entstanden bereits unter seiner Leitung 12 große Deckengemälde für das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Restaurant “Maximilian“.
Kurz vor der Jahrhundertwende zog Molitor nach Leipzig vermutlich auf Anraten Ludwig Volkmanns (1870–1947), der seit 1896/97 Teilhaber des Verlages Breitkopf & Härtel war. In Leipzig arbeitete er lange für Breitkopf & Härtel sowie den Schulbuchverlag F.E.Wachsmuth. Neben dieser Tätigkeit begann er ein vielseitiges Werk zu schaffen, Malerei gehörte ebenso zu seinen Kunstformen wie Bronzearbeiten, er entwarf Möbel, Vasen und Tafelaufsätze.

Mathieu Molitor im Museum der Bildenden Künste Leipzig

 

Mit Denkmälern und Statuen, wie dem 1907 entstandenen und 1909 in den Anlagen hinter dem Museum der bildenden Künste Leipzig aufgestellten “Wächter“, prägte er auch das Bild der Messestadt. Bis heute erhalten geblieben – und in aller Welt bekannt – sind die beiden Figurengruppen zu “Faust“ über dem Eingang zu Auerbachs Keller in der Leipziger Mädlerpassage, oder auch die Bauplastik am repräsentativen Neubau des Stadtbades.
Anders als einigen seiner Zeitgenossen fehlten ihm Netzwerke zur Vermarktung seiner Kunst. So verstarb Molitor, weitgehend unbemerkt, am 13.Dezember 1929 an einem Gehirnschlag in der Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen.
Die Ausstellung “Mathieu Molitor. Maler – Bildhauer – Grafiker“ des Museums der Bildenden Künste Leipzig soll nun zur Wiederentdeckung Molitors als Grenzgänger zwischen Kunst und Design anregen. Die Ausstellung ist bis zum 31.Oktober zu sehen. Im Begleitprogramm werden unter anderem Führungen angeboten (8.September 17 Uhr, 13.Oktober 17 Uhr), die mit einem Besuch des Auerbachs Keller und anschließendem Essen verbunden werden können.

(ine)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.