Doppel M wird 90

doppelmaltem2.jpgLeipzig. Das wohl berühmteste Leipziger Wahrzeichen feiert am Sonntag einen Runden Geburtstag. Das Doppel M der Messe kann an diesem Tage auf 90 Jahre bewegter Geschichte zurückblicken.  Geschaffen wurde das Logo noch zu Kaisers Zeiten im Jahr 1917 von dem Leipziger Grafiker Erich Gruner, der damals nicht ahnen konnte, dass er das wohl berühmteste Wahrzeichen der Messemetropole kreierte.

Die Leipziger Messe zählt zu den ältesten Messestandorten der Welt. Ihre Geschichte geht zurück auf das Jahr 1190. Damals wurden die Oster- und Michaelismärkte durch den Marktgrafen Otto von Meißen bestätigt. Im Jahre 1895 erfolgte die Umstellung von der Waren- zur weltweit ersten Mustermesse. Dies bedeutete, dass nicht mehr alle Waren zur Messe transportiert wurde, sondern lediglich Musterprodukte ausgestellt wurden, die dann von den Händlern - wie heute üblich -  bestellt wurden. 

1917 hatte sich die Leipziger Messe als Mustermesse etabliert. Sie versprach, wie der französische Parlamentspräsident Edouard Herriot 1912 feststellte, "das größte Geschäft in kürzester Zeit auf dem geringsten Raum mit kleinstem Aufwand". Zwanzig Jahre lang, von 1895 bis 1915, blieb Leipzigs Mustermesse einzigartig in der Welt.  Infolge der Umstellung der Warenmesse zur weltweit ersten Mustermesse stieg Leipzig bis zum 2. Weltkrieg zum Welthandelsplatz und zur reichen Bürgerstadt auf.


Die Geschichte des Doppel M

Im Februar 1917 beschloss das neugegründete "Meßamt für die Mustermessen", ein einprägsamen Firmenzeichen zu entwickeln. Ökonomisch sollte es sein, sich bei Ausstellern und Besuchern leicht einprägen, Wiedererkennbarkeit garantieren und vor allem auch Sprachbarrieren überwinden. Alle organisatorischen, werblichen und kommerziellen Belange der Leipziger Messe sollten künftig darunter firmieren.

Den Auftrag zur Entwicklung des Logos erhielt der junge Leipziger Grafiker Erich Gruner, der als künstlerischer Beirat im Messeamt wirkte. Nach knapp sieben Monaten - zur Herbstmesse 1917, mitten im ersten Weltkrieg - wurde das neue Markenzeichen erstmals öffentlich präsentiert. Gruner hatte in seiner ersten Fassung drei übereinanderstehende „M“ gewählt, wobei er den Zwischenraum zwischen den beiden Initialen als dritten Buchstaben wertete. Jenes dritte „M“, welches das Wort „Meßamt“ verkörperte, geriet aber bald in Vergessenheit. Das Doppel-M indes wurde innerhalb kürzester Zeit weltweit bekannt. Bis heute prägt es als zentrales Gestaltungselement alle Werbematerialien, Publikationen und den gesamten Schriftverkehr der Leipziger Messe.

Als Markenzeichen geschützt

Knapp 40 Jahre später, am 15. Mai 1956, wurde das Logo der Leipziger Messe in der Schweiz international registriert. Als eingetragenes Markenzeichen ist es seitdem in rund 60 Ländern der Welt geschützt. Aussteller und Partner der Messegesellschaft dürfen danach das Doppel-M nur in eindeutigem Bezug zur Leipziger Messe nutzen. Es darf nicht in zusätzliche Gestaltungen einbezogen werden, muss frei stehen und die festgesetzten Proportionen einhalten.

Mode und Zeitgeschmack gingen dennoch nicht spurlos an dem markanten Symbol vorüber. So wurde die von Gruner bevorzugte klare und eingängige Formgebung um 1920 von einer verschnörkelten, dem Rokoko nachempfundenen Variante abgelöst. Auch zierendes Beiwerk wurde angefügt - beispielsweise ein wehendes Band oder der Schriftzug "Leipzig". In den 60er Jahren entstand schließlich die bis heute gültige schlichte und strenge Version des Messe-Symbols: das freistehende, hohe und schmale Doppel-M.

Für das 100-jährige Jubiläum des Wahrzeichens im Jahre 2017 ist eine Sonderbriefmarke geplant. 

weitere Informationen: www.leipziger-messe.de

(msu)

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