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Der erste Volksentscheid in der Geschichte Berlins

am . Veröffentlicht in Politik

Der erste Volksentscheid in der Geschichte BerlinsBerlin. In der Hauptstadt geht es um den Erhalt des City-Flughafens Berlin-Tempelhof, der Flughafen der den Berlinern in der Zeit der Berlinblockade das Überleben gesichert hat. Vom 23. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949  sind in Tempelhof tausende Flüge der “Rosinenbomber“ gelandet. Und die Berliner hängen noch heute an ihren City-Flughafen.



Die 2,4 Millionen Berliner sind seit heute Morgen um  08:00 Uhr morgens aufgerufen, für oder gegen den Erhalt des historischen Flughafens Berlin-Tempelhof abzustimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dem Land Berlin Unterstützung beim Weiterbetrieb des Flughafens zugesichert, da dieser einen nicht unerheblichen Fehlbetrag in den Berliner Haushalt reist.
Der Berliner Senat hingegen will den Flughafen schließen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hatte sich gegen den weiteren Betrieb ausgesprochen und sieht sich nicht an das Volksbegehren gebunden. Im Zweifel will er Tempelhof auch gegen den Willen der Bürger schließen. Der geplante Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) soll 2011 eröffnet werden und laut einem Gerichtsurteil des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig muss dafür auch der Flughafen Berlin-Tempelhof weichen.

Der Flughafen Tempelhof gehört zur deutschen Geschichte wie kein anderer Flughafen in Deutschland. Er wurde im Jahr 1923 eröffnet und ist durch die Luftbrücke zum Symbol des Überlebens der Stadt Berlin geworden.

Der erste Flug der Luftbrücke fand am Abend des 23. Juni 1948 statt. Der amerikanische Pilot Jack O. Bennett hatte auf Anweisung des Militärgouverneur der US-amerikanischen Besatzungszone in Deutschland General Lucius Dubignon Clay, eine mit Kartoffeln beladene Transportmaschine nach Berlin gebracht, die auch in den folgenden Tagen weiter verkehrte. Am 25. Juni befahl General Clay dann die Errichtung der Berliner Luftbrücke. Bereits am 26.Juni 1948 flog dann die erste Maschine der US- Luftwaffe zum Flughafen Tempelhof in Berlin und startete damit offiziell die Operation Vittles. Die Operation Plain Fare der britischen Luftwaffe folgte zwei Tage später.
Der Name Rosinenbomber ist ein Beiname für die Flugzeuge der Alliierten zur Zeit der Berliner Luftbrücke, die die West-Sektoren Berlins mit Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Hilfsmitteln versorgte. Er nimmt Bezug auf die freiwilligen Hilfspakete, die von amerikanischen Flugzeugbesatzungen vor der Landung und vor der eigentlichen Verteilung an kleinen selbst gebastelten Fallschirmen aus dem Flugzeug warfen, um den wartenden Kindern eine Freude zu machen. Die abgeworfenen Päckchen enthielten meistens Schokolade und Kaugummi und vermutlich auch Rosinen.

Diese Idee wird heute dem Piloten Gail Halvorsen zugerechnet. Dieser fing an, Schokoladentafeln, die er von seinen Verwandten aus Amerika zugeschickt bekam, an Taschentücher zu binden und sie vor der Landung über Berlin abzuwerfen. Als Halversons Vorgesetzter von den heimlichen Abwürfen erfuhr, zog die Aktion bald weite Kreise und es sammelten die gesamten Air-Force-Flieger und ganz Amerika Süßigkeiten und Kaugummis, um damit die Operation Little Vittles (kleiner Proviant) zu unterstützen.

In der heutigen Erinnerung wird der Beiname auf alle Flugzeuge der Berliner Luftbrücke bezogen, auch wenn historisch nicht alle Flugzeuge am Abwurf von Süßigkeiten beteiligt waren.
Die Berliner, die wir befragten standen recht stark hinter ihrem Flughafen. Erste Ergebnisse dieses ersten Volksentscheides in der Geschichte Berlins werden gegen 19:30 Uhr erwartet.

(msc)

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