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Ministerpräsident Georg Milbradt überreicht Bundesverdienstorden

am . Veröffentlicht in Politik

Ministerpräsident Georg Milbradt überreicht BundesverdienstordenDresden. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt überreicht am Dienstag (25.03.2008) an acht sächsische Bürgerinnen und Bürgern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.


Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wird vom Bundespräsidenten an Menschen verliehen, die sich in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sozialem, Gesellschaft oder Ehrenamt in herausragendem Maße engagiert haben.
Für den Bundesverdienstorden kann jeder Bürger Personen vorschlagen, die diese Ehrung erhalten sollten. Seit seiner Stiftung im Jahre 1951 wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland etwa 210.000 Mal verliehen. Darunter sind 573 Personen, die diese Auszeichnung auf Vorschlag des sächsischen Ministerpräsidenten erhalten haben. Am Dienstag kommen weitere acht Ordensträger im Freistaat Sachsen hinzu.
Unter den Personen die mit dieser Auszeichnung geehrt werden sind auch vier Leipziger, die sich auf verschiedensten Gebieten engagiert haben.

Prof. Wolfram Behrendt, Leipzig
Prof. Wolfram Behrendt war dem Leipziger Universitätsklinikum mehr als 40 Jahre lang eng verbunden. Seine Abteilung für Stimm-, Sprach- und Hörstörungen hat er zu einer international renommierten Einrichtung ausgebaut. Er betreute seine an Kehlkopfkrebs erkranken Patienten vor und nach Operationen weit über seine beruflichen Pflichten hinaus. Außerdem ist er noch heute, nach seiner Emeritierung, als beratender Arzt im Bundes-, Landes- und Bezirksverband der Kehlkopflosen tätig und bietet unter anderem Seminare für Patientenbetreuer an. Trotz politischer Schwierigkeiten organisierte er bereits in der DDR Treffen für Kehlkopflose. Wegen dieses unermüdlichen und ehrenamtlichen Engagements war ihm in der DDR trotz hervorragender Leistungen auf seinem Gebiet stets eine ordentliche Professur verwehrt worden.

Dr. Frigga Dickwach, Leipzig
Die Sportwissenschaftlerin Dr. Frigga Dickwach hat sich durch ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement für die Entwicklung des Breitensports auf Bundes- und Landesebene herausragende Verdienste erworben. Besonders hervorzuheben ist ihre langjährige Tätigkeit als Vizepräsidentin des Landessportbundes Sachsen e.V. nach 1990. In dieser Funktion hat sie wesentliche sportpolitische Entscheidungen beeinflusst und mitverantwortet. Sie trug maßgeblich zur Entwicklung des Breitensports in den sächsischen Sportvereinen bei. Darüber hinaus unterstützte sie ehrenamtlich die Förderung des Breitensports im Deutschen Sportbund, der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung sowie im Landesseniorenbeirat. Ihr ist es unter anderem zu verdanken, dass Sportvereine eine Förderung erhalten, wenn sie Bürgern, die 50 Jahre und älter sind, spezielle Sportprogramme anbieten.

Volker Schimpff, Leipzig

Volker Schimpff hat sich durch langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement herausragende Verdienste erworben. So präsentierte er noch vor der Wahl zum Ersten Sächsischen Landtag einen eigenen Entwurf für eine Landesverfassung und wirkte als Vorsitzender des Verfassungs- und Rechtsausschusses des Ersten Sächsischen Landtages maßgeblich an der Erarbeitung der Verfassung des Freistaates Sachsen mit. Volker Schimpff hat sich darüber hinaus uneigennützig für Frieden, Freiheit, Demokratie, Selbstbestimmung und für die Menschenrechte vor allem im östlichen Mitteleuropa eingesetzt. Mit seinem im Jahre 1991 gegründeten Hilfswerk „Sachsen hilft Kroatien“ organisierte Schimpff gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zahlreiche durch Spenden finanzierte Hilfstransporte in die vom Bürgerkrieg gezeichnete Region. Er sicherte mit seinem Engagement unter anderem die medizinische Versorgung der Kriegsopfer. Nach Kriegsende half Volker Schimpff beim Wiederaufbau des Bildungswesens in Nordbosnien mit, übergab 53.000 Deutsch-Lehrbücher sowie Audio-Materialien und Lehrerhandbücher.

Gabriele Spitzner, Leipzig
Die Umweltsünden der DDR waren Gabriele Spitzner bekannt. Deshalb machte sie es sich als Direktorin der Carlvon-Linné-Schule in Leipzig nach 1992 zur Aufgabe, das Umweltbewusstsein von Schülern und Lehrern zu schärfen. Mit einer unendlichen Vielfalt an Ideen stellte sie das Lernen von, mit und in der Natur in den Mittelpunkt und ging über den regulären Grundschullehrplan hinaus. Mit diesem modernen Umweltbildungskonzept beteiligt sich die Schule seit rund acht Jahren am GLOBE-Programm, einem Welt-Klima-Projekt: Die Schüler messen und protokollieren den Niederschlag und beobachten die Knospung von Pflanzen. Anschließend speisen sie ihre gewonnenen Untersuchungsergebnisse in eine internationale Datenbank ein. So erhalten Forscher Informationen über Klimaveränderungen. Aus Grundschülern werden auf diese Weise bereits begeisterte Klimaforscher und Umweltschützer. Den Ideen von Frau Spitzner ist es zu verdanken, dass die Carlvon-Linné-Schule die Titel GLOBE-Schule-Germany, Umweltschule in Europa und UNESCO-Projekt-Schule führen darf.


Roland Gräfe, Plauen
Roland Gräfe hat sich als langjähriger ehrenamtlicher Vorsitzender des Arbeitskreises Sächsische Militärgeschichte e.V. herausragende Verdienste um die europäische Völkerverständigung erworben. Sein Augenmerk richtete er hierbei besonders auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. So nahm er an den jährlichen Gedenkveranstaltungen der Association de Mondement 1914 in der Champagne teil und trug dazu bei, dass aus einer Siegesfeier der ehemaligen Alliiertenmächte Frankreich und Großbritannien eine europäische Gedenkveranstaltung geworden ist, die ausschließlich der Versöhnung dient. Darüber hinaus bemühte er sich stets um eine dauerhafte Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Ost- und Mitteleuropa. Auf zahlreichen Exkursionen und Studienreisen, unter anderem ins Baltikum und nach Polen, knüpfte er zahlreiche Kontakte. Außerdem beteiligte er sich rege an der Organisation und Ausgestaltung zahlreicher Veranstaltungen und Ausstellungen zur sächsischen Regional- und Militärgeschichte. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass bereits 1990 in Dresden erstmals den Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944 gedacht wurde. Dass im Jahre 1991 eine Gedenkstätte für Generalmajor Hans Oster, eine der Schlüsselfiguren des militärischen Widerstandes im Dritten Reich, errichtet wurde, ist ebenfalls sein Verdienst.

Martin Hoffmann, Oederan
Martin Hoffmann hat sich in den Jahren 1950 und 1951 herausragende Verdienste um den Schutz der Menschenrechte in der DDR erworben. Nach der Wiedervereinigung errichtete er auf eigene Kosten ein „Haus der Geschichte“ in Oederan. Dieses Zeitzeugenmuseum erinnert an die Opfer der SED-Diktatur sowie an die unmenschliche Justiz in der Sowjetischen Besatzungszone. Da er sich besonders für die Schicksale verschwundener Mitmenschen einsetzte, gründete er im Jahre 1950 als Student an der Ingenieursschule Mittweida eine Menschenrechtsgruppe. Die Behörden behinderten ihn bei seinen Nachforschungen, und so wandte er sich an die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit in Westberlin. Er meldete die Namen verschwundener Personen und erhielt einen Decknamen sowie die Adressen von Angehörigen, um sie zu betreuen. Mit negativen Folgen für ihn selbst: Im Oktober 1951 wurde er verhaftet und wegen „Antisowjethetze“ zu dreimal 25 Jahren Zwangsarbeit im sibirischen Workuta verurteilt. Im Jahre 1955 wurde er freigelassen und flüchtete nach Westdeutschland. Im Jahre 2002 kehrte er in seinen Geburtsort Oederan zurück.

Regina Hüttel, Rechenberg-Bienenmühle
Regina Hüttel hat durch ihr vierzigjähriges ehrenamtliches Engagement als Mitglied der Sportgemeinschaft Holzhau e.V. herausragende Verdienste um die Förderung des Kinder- und Jugendsports erworben. So begeistert die Trainerin noch heute Fünf- bis Zehnjährige für den Skilanglauf. Sie ermöglicht den Kindern und Jugendlichen damit eine sinnvolle Freizeitgestaltung und stärkt das Gemeinschaftsgefühl in der Ortschaft Holzhau. Dank ihres Einsatzes konnte die Sportgemeinschaft Holzhau e.V. bisher sieben Jugendliche für die Olympiastützpunkte Oberwiesenthal, (Bundesleistungszentrum Ski nordisch) und Altenberg (Bundesleistungszentrum Biathlon) empfehlen. Darüber hinaus bereichert Regina Hüttel das Gemeinschaftsleben in Holzhau: Sie kümmerte sich um die Belange des Jugendclubs, kämpfte für die Erhaltung des Lebensmittelmarktes sowie für den Aufbau und die Modernisierung von Sportstätten.

Manfred Müller, Hohburg
Der Geographielehrer Manfred Müller war ehrenamtlich als Herausgeber, Chefredakteur, Autor und Fotograf des „Rundblicks“ und anderer heimatgeschichtlicher und touristischer Sonderpublikationen für die Regionen Wurzen, Grimma und Oschatz tätig. Er arbeitete intensiv die Heimatgeschichte auf und trug entscheidend dazu bei, das Heimat-, Traditions- und Kulturbewusstsein sowie die Verbundenheit der Bevölkerung zur Region zu vertiefen. Über 50 Jahre lang gelang es ihm, mit Einfallsreichtum, Standfestigkeit und Beharrlichkeit seine Publikationen regelmäßig zu veröffentlichen – trotz ideologischer Kontrolle, Papierknappheit und begrenzter Druckkapazitäten. Der „Rundblick“ erschien in einer Auflage von 25.000 Exemplaren, die sich „unter dem Ladentisch“ stets restlos verkauften. Nach der Wiedervereinigung veröffentlichte Manfred Müller den „Rundblick“ als Jahr- und Lesebuch. Hinzu kamen Festschriften, ein heimatkundliches Lexikon sowie ein zweibändiges Kompendium mit dem Titel „Von Dorf zu Dorf im Muldentalkreis“.
 
(SSK/ssc) 

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