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Kunst gegen Zensur

am . Veröffentlicht in Media

internet.gifLeipzig. Das in einigen Ländern das Internet zensiert und damit der Zugriff auf bestimmte Seiten nicht möglich ist, ist bekannt. Gerade China ist auf diesem Gebiet besonders eifrig. Google China hat zum Beispiel "bassexpert.com" nicht angezeigt, da "Sex" im Domainnamen erscheint – eine Seite für Angler-Experten zum Thema Barsch (engl. Bass). Das Wort 屠杀 (Massaker) ist für die chinesische Zensur so problematisch, dass bei der Suchmaschine www.baidu.cn gleich die gesamten Suchresultate vom Firewall geblockt werden und stattdessen ein Netzwerkproblem angezeigt wird. Ein Schweizer Kunstprojekt verspricht Abhilfe in dem es die Zensurmechanismen austrickst.

Wer über Picidae eine Website aufruft, bekommt die Inhalte als Grafik präsentiert. Formulare und Links  sollen nach Angaben der Betreiber trotzdem weiter funktinieren, wodurch das Picidae-Abbild der Webseite für den Betrachter wie die "echte" Webseite nutzbar ist. Benutzereingaben werden per Javascript verschlüsselt. Damit ist eine automatisierte Zensur unmöglich.

"Wir nutzen die Tatsache, dass Information nur in bestimmter Codierung maschinell erkannt wird. Da die Bandbreiten längst ausreichen, arbeiten wir mit dem Abbild von Webseiten.", heißt es auf der Projektseite.

Die Betreiber reisten zum Selbstversuch nach Peking. Mit Erfolg. "Drei Wochen lang testeten wir in Beijing und Shanghai den Golden Shield, die große chinesische Firewall. Zahlreich vorhandene Internetcafés bilden für die meisten Chinesen den einzigen Internetzugang. Alle Besucher der Cafés müssen sich strenger Ausweiskontrolle und Registrierung unterziehen, die Räume sind mit den in China allgegenwärtigen Überwachungskameras ausgestattet. Als Europäer waren wir alles andere als unauffällig. Doch auch unter den erschwerten Bedingungen skeptischer Observierung erwies sich picidae als funktionsfähig und zuverlässig. Unser Server belieferte uns mit den Webseiten, die nur auf der anderen Seite der Firewall zu erreichen sind."

Die "Great Chinese Firewall" hat erste Löcher. Das Prinzip, Zensur Firewalls zu durchbrechen ist damit erfolgreich getestet. Damit das Projekt jedoch dauerhaft bestehen kann, ist es wichtich, dass möglichst viele Webseiten die Technik von Picidae anbieten. Denn als nächstes wird sich wohl die Seite von Picidae auf der Sperrliste der Volksrepublik befinden.

weitere Informationen: www.picidae.net

(msu) 

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