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Hunderte Securities aus Sachsen von Missständen bei Fußball-EM betroffen

am . Veröffentlicht in Dies und Das

Hunderte Sachsen von Missständen bei Fußball-EM betroffenLeipzig/Klagenfurt. Einen Tag nach dem Bekanntwerden des Skandals um die Unterbringung sächsischer Securities in Klagenfurt nehmen die Beschwerden der Betroffenen nicht ab.


 

Nach den Leipzig-Seiten.de vorliegenden Informationen sind mehr als 200 Securitymitarbeiter aus Sachsen von dem weltweit agierenden Sicherheitsunternehmen Group 4 angeworben worden, um genügend Sicherheitspersonal für die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz zu bekommen. In der Gruppe sind unter anderem Leipziger, Dresdener und Chemnitzer. Versprochen wurde ihnen laut Aussage betroffener Mitarbeiter Vollversorgung. In Klagenfurt wurden die Männer und Frauen dann nicht in üblichen Quartieren, sondern in einer stillgelegten Kaserne untergebracht. Mehrere Angestellte hätten sich hier wegen der katastrophalen hygienischen Zustände geweigert,  zu bleiben. Nächste Station war  für etwa 140 Securities ein still gelegtes Krankenhaus. Hier sollen die Zustände ähnlich schlimm gewesen sein. So brachten mehrere betroffene ihren Ekel darüber zum Ausdruck, dass sie in ungereinigten Betten übernachten sollten.

Inzwischen wurden alle in einem Hotel untergebracht - allerdings 70 Kilometer vom Einsatzort entfernt. Deshalb ist offen, ob der Arbeitseinsatz der Sicherheitsleute überhaupt noch möglich ist. Die 140 Securities hatten in einem völlig verdreckten stillgelegten Krankenhaus campiert. Auch die für Gesundheit zuständige Klagenfurter Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz sprach am gestrigen Dienstag Leipzig-Seiten.de gegenüber von menschenunwürdigen Zuständen, die im Rahmen einer Routinekontrolle aufgedeckt worden seien.  Dabei sei unter anderem festgestellt worden, dass die Duschköpfe in dem still gelegten Krankenhaus bereits abmontiert waren. Zudem kam nur "eine braune Brühe" aus den Wasserleitungen, so Mathiaschitz. Sowohl die Kaserne als auch das Sanatorium sind inzwischen behördlich geschlossen worden. Die rund 250 dort untergebrachten Personen wurden nördlich von Klagenfurt in Hotels und Pensionen untergebracht, allerdings 70 Kilometer vom Einsatzort entfernt. Offen ist deshalb, ob ein Einsatz der Kräfte überhaupt noch sinnvoll möglich ist.

Mathiaschitz brachte ihr Bedauern über die Zustände zum Ausdruck: "Es gehört für mich zur Gastfreundschaft dazu, das Personal menschenwürdig unterzubringen". Wieder einmal zeige sich, wie wichtig die routinemäßigen Kontrollen sein.

Die betroffenen Mitarbeiter weiten ihren Protest jedoch noch aus. So sei von der Vollverpflegung nichts zu sehen gewesen. Von Anfang an hätten sie sich selbst mit Nahrung und Getränken versorgen müssen, hieß es. Auch die Bezahlung der Gehälter stehe noch aus. Einige  Securities sollen deshalb bereits entnervt nach Sachsen zurückgekehrt sein.

Unterdessen werden derzeit Keimproben untersucht, die gestern in dem Krankenhaus genommen wurden. In etwa 24 Stunden sollen sie ausgewertet sein, so die Vize-Bürgermeisterin von Klagenfurt, Marie-Luise Mathiaschitz.

Christian Kahle vom Sicherheitsunternehmen Group 4, dass die Securities anheuerte, wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Er nannte die Vorwürfe "Humbug". Zu einem etwas längeren Statement ließ er sich gegenüber der Kleine Zeitung aus Kärnten hinreißen. "Stimmt nicht, wir hatten ein logistisches Problem", zitiert das Blatt den Sicherheitschef. Die "Notunterkünfte" wären sowieso aufgegeben worden. Angesprochen auf das vermehrtes Auftreten von Durchfallerkrankungen sagte Kahle der Zeitung: "Wenn viele Leute auf einem Platz sind, können schon einmal fünf krank werden". Dass es sich um eine Räumung der betroffenen Gebäude aus hygienischen Gründen gehandelt habe, wies er zurück.

Auch der Pressesprecher der Europameisterschaft 2008, Wolfgang Eichel hat sich in den Skandal eingeschaltet und die Firma zum Rapport gebeten. Im Gespräch mit uns sagte er, die Firma habe einen Tag Zeit, die Missstände abzuschalten, ansonsten würde dies Konsequenzen haben.

(msu) 

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