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Vater des LSD verstorben

am . Veröffentlicht in Dies und Das

Albert Hofmann - Vater des LSD verstorbenBurg(CH). , Albert Hofmann, der “Vater des LSD“, ist gestern in seinem Haus in Burg im Leimental (Kanton Basel-Land/Schweiz) im Alter von 102 Jahren gestorben.

Der Chemiker hatte im Jahr 1938 den Wirkstoff Lysergsäurediäthylamid entdeckt, der später unter dem Kürzel “LSD“ bekannt wurde.
Hofmann arbeitete im Rahmen von Arzneimittelforschungen für den Chemiekonzerns Sandoz unter der Zielsetzung, ein Kreislaufstimulansmittel zu entwickeln. Bei diesen Forschungen synthetisierte er 1938 verschiedene Amid-Derivate der Lysergsäure, darunter war auch ein Derivat, was später als LSD bekannt wurde.
Das Präparat löste in Tierversuchen zwar Unruhe unter den Tieren aus, zeigte aber keine verwertbaren oder pharmakologisch interessanten Eigenschaften und wurde deshalb vorerst nicht weiter untersucht. Am 16.04.1943 entschied sich der Chemiker dann LSD noch einmal herzustellen. Während der Laborarbeit stieß er dabei zufällig auf die erstaunliche Wirkung der Droge. Hofmann hatte wahrscheinlich während der Herstellung der Proben etwas LSD durch die Haut aufgenommen.
Um diesem ungewöhnlichen Erlebnis auf den Grund zu gehen, entschied er sich, die Substanz mit der kleinsten für ihn denkbaren wirksamen Dosis im Selbstversuch zu testen, und protokollierte das Erlebnis.
LSD wurde später unter dem Handelsnamen Delysid® vom Pharmakonzern Sandoz zur psychiatrischen Behandlung und zu Forschungszwecken bereitgestellt; weiter bekannt war das Präparat Lysergamid®, durch den tschechoslowakischen Konzern Spofa zwischen 1962 und 1974 hergestellt.
LSD ist mittlerweile verboten, es kann schon bei einmaligem Konsum eine schwere Psychose – die so genannte drogeninduzierte Psychose – auslösen, die unter Umständen unheilbar ist. Es kommt vor, dass die von einer Drogenpsychose Betroffenen unfähig werden, ihr Leben ohne Hilfestellung zu leben. Im Jargon ausgedrückt: „Jemand ist auf dem Trip hängengeblieben“. Der derzeitige Stand der Forschung geht davon aus, dass hierzu eine entsprechende Veranlagung vorliegen muss. Insbesondere Personen, die in ihrer Vergangenheit bereits unter psychischen Problemen litten oder die psychisch labil sind, muss vom Konsum von LSD dringend abgeraten werden. In einer 1971 veröffentlichten Erhebung lag die Häufigkeit derjenigen die an einer Psychose erkrankten, welche länger als 48 Stunden anhielt, bei 9 von 1000 (von denen sich etwa zwei Drittel vollständig erholten).
Die Droge ist mittlerweile verboten.

(ssc / Foto: Stefan Pangritz)

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