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Columbus an ISS angedockt

am . Veröffentlicht in Dies und Das

Oberpfaffenhofen. Ende gut, alles gut. Mit mehrjähriger Verspätung haben nun auch die Europäer ihren wichtigsten Beitrag zur internationalen Raumstation ISS leisten können. Ein Roboterarm der ISS hob das fast  13 Tonnen schwere Labor am späten Montagabend an seinen Platz.

Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen begann die Montage um 15.13 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, etwa 20 Minuten früher als geplant, mit dem Ausstieg der beiden NASA-Astronauten Rex Walheim und Stanley Love  aus der ISS. Love ersetzte bei dem Weltraumausstieg den deutschen ESA-Astronauten Hans Schlegel, der ursprünglich dafür vorgesehen war. Love ist für diese Aufgabe vorbereitet, da er für den Außenbordeinsatz auf der Erde als Ersatzmann von Hans Schlegel trainiert hat. Zunächst bereiteten Love und Walheim das Columbus-Labor, das sich in der geöffneten Ladebucht der Atlantis befand, auf die Monatage an der ISS vor. Anschließend wurde Columbus mit dem ISS-Roboterarms aus der Ladebucht gehoben, so das DLR. Gesteuert wurde der Weltraumkran von der ISS aus, von dem NASA-Astronauten Leland Melvin. Hans Schlegel unterstützte Melvin dabei als Assistent, eine Aufgabe für die er als Ersatzmann ausgebildet wurde. Der Roboterarm hob Columbus an seinen endgültigen Platz an der ISS, den Harmony-Knoten (Node 2). Im weiteren Verlauf des EVAs sollten Love und Walheim noch einen leeren Stickstoff-Tank, der Teil des Wärmekontrollsystems der ISS ist, lösen. Während des zweiten Außenbordeinsatzes soll dieser Tank gegen einen neuen ausgetauscht werden. Um 23.08 Uhr kehrten die beiden Astronauten wieder in die Luftschleuse der Raumstation zurück.

Für die europäische Raumfahrt ist Columbus von zentraler Bedeutung.  Das Labor ist der wichtigste europäische Beitrag zu der Station. Bis zu drei Astronauten sollen künftig gleichzeitig Experimente darin durchführen können. Zur Bedeutung von Columbus für Europa sagte Wörner: "Mit diesem Shuttle-Start beginnt Europas ständige Präsenz auf der ISS. Mit Columbus bekommen die wissenschaftlichen Möglichkeiten an Bord der ISS eine neue Qualität. Die jahrzehntelange Arbeit europäischer Ingenieure und Wissenschaftler hat einen weiteren Höhepunkt erreicht." Am heutigen Dienstag wird nun der Franzose Léopold Eyharts (51) erstmals das Labor betreten und die Systeme für Strom und Wasser hochfahren.

Das Raumlabor Columbus ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt unter Führung der europäischen Weltraumorganisation ESA.  Das Columbus-Kontrollzentrum befindet sich im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Insgesamt hat es über eine Milliarde Euro gekostet und sollte schon vor 3 Jahren ins All geschickt werden. Nach der Katastrophe der Columbia hatte die NASA allerdigs alle Flüge der Space Shuttles eingestellt.

Dem deutsche Astronauten Hans Schlegel geht es hingegen wieder gut, so dass seiner Teilnahme am zweiten Weltraumausstieg am Mittwoch nichts entgegensteht.

(mkr) 

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