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Millionen Bücher vom Zerfall bedroht

am . Veröffentlicht in Leipzig

Leipzig. In deutschen Bibliotheken geht die Angst vor dem Verlust der Bücherbestände um. 60 Millionen  Bände zerbröseln langsam aber stetig vor sich hin. Dies sind mehr als 70 Prozent der Bestände. Der Grund hierfür ist der hohe Säureanteil des von 1840 bis 1980 verwendeten Papiers. Zur Rettung dieser Werke gibt es nur zwei Verfahren, die Massenentsäuerung und das Einzelblattverfahren.

"Uns droht, dass wir unser kulturelles Erbe und das Wissen dieser Zeit verlieren", hebt der Geschäftsführer des Zentrums für Bucherhaltung (ZFB), Manfred Anders, hervor.

Eine der größten Anlagen zur Massentsäuerung wird von  Zentrum für Bucherhaltung (ZFB) im Keller der Deutschen Bücherei in Leipzig betrieben. Die Anlage arbeitet in drei Schritten. Das Schriftgut wird zunächst schonend vorgetrocknet. Dabei wird der natürliche Wassergehalt des Papiers von ca. 5–7 % vorübergehend auf einen Restwassergehalt unter 1 % abgesenkt. Daran schließt sich die eigentliche Entsäuerungsbehandlung an, bei der die Bücher in einer alkalischen, nichtwässrigen Behandlungslösung getränkt werden. Hierzu wird die Behandlungskammer mit den darin befindlichen Büchern durch die Behandlungslösung vollständig geflutet. Nach dem Abpumpen der Behandlungslösung werden im letzten Behandlungsschritt die Bücher nachgetrocknet.

Eine Behandlung in der Massenentsäuerungsanlage dauert 2 bis 3 Tage. Daran schließt sich eine Rekonditionierungsphase an, während der das Material seinen natürlichen Feuchtegehalt aus der Luft wieder aufnimmt. Dieser Prozess ist nach 3–4 Wochen im allgemeinen abgeschlossen. Auf Grund von Reaktionen des Entsäuerungsmittels mit dem wieder aufgenommenen Wasser dunsten die Materialien in dieser Zeit Alkohol aus.

(msu)

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