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Professor der Uni Leipzig sagt Lehrveranstaltungen aufgrund seiner Tätigkeit am rechten Rand ab

am . Veröffentlicht in Bildung

Leipzig. Der Inhaber einer Honorarprofessur für PR am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, Prof. Michael Friedrich Vogt sagte seine Lehrveranstaltungen für das Wintersemester aufgrund von Vorwürfe über seine rechtsextreme Gesinnung ab.
Laut dem StudentInnenRat der Universität Leipzig ist sein Lehrgebiet Medientraining  völlig unpolitisch, deshalb bemerkte seit seiner Einstellung 1998 niemand seine politische Gesinnung und seine Aktivitäten in diesem Bereich. Prof. Vogt ist seit Jahrzehnten am rechten Rand einzuordnender Publizist. Er ist Urheber des Films „Geheimakte Heß“, der geschichtsrevisionistisch und verschwörungstheoretisch ist.
Der Film ist dem entsprechend beliebt in der rechten Szene. Prof. Vogt arbeitete daran gemeinsam mit Olaf Rose, heute ein Mitglied der NPD. Weitere Filme Vogts sind zum Beispiel „Alliierte Kriegsverbrechen“, „Bus(c)h-Piloten – 11.September: Mythos und Täuschungen“, oder „Death by Hanging - Tod durch den Strang“ mit dem viel sagenden Untertitel: „Nürnberger Prozesse: Recht oder Rache?“. Begonnen hat Vogts rechte Karriere in der Münchner Burschenschaft Danubia, die als rechtsextrem eingestuft wird. Dort trat er in den letzten Jahren als Redner auf.
Auffällig wurde Prof. Vogt erst dadurch, dass sein Name im September kurzzeitig auf einer Solidaritätserklärung mit der rechtsextremen Fraktion des Europaparlaments, ITS, auftauchte. Mitgenannt waren Udo Voigt und Holger Apfel von der NPD, sowie Mitglieder von DVU, REP und andere. Zwar ließ Vogt seine Unterschrift bald wieder entfernen und leugnete gegenüber seinen Kollegen, überhaupt bei dem Treffen gewesen zu sein. Im Rahmen von Journalisten-Recherchen konnten Zeugen für Vogts Anwesenheit gefunden werden. Lügt Vogt?
Für dieses Semester sagte Prof. Vogt nun seine Lehrveranstaltungen ab. Der StudentInnenRat der Universität Leipzig begrüßt dies, mahnt aber zur Vorsicht. „Ein rechter Professor an der Uni ist unerträglich. Wenn Prof. Vogt sich jetzt zurückzieht, um zu einem späteren Zeitpunkt den Lehrbetrieb wieder aufzunehmen, werden wir da sein, um es zu verhindern!“, sagte Henrike Böhm, Referentin für Antirassismus des StudentInnenRates. Der StudentInnenRat wird die Informationen über die politischen Aktivitäten Prof. Vogts an die Studierenden weitertragen und für die Problematik sensibilisieren. „Ein Mensch mit einer solchen politischen Einstellung kann und darf nicht an unserer Universität lehren.“, so Christin Melcher, Sprecherin des StudentInnenRats.

(StudentInnenRat der Universität Leipzig/msc)

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