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Wehrpflicht vor dem Aus - Modell "Bürger in Uniform" lange überholt?

am . Veröffentlicht in Politik

Wehrpflicht vor dem Aus - Modell Bürger in Uniform lange überholt?Berlin. Die seit Jahren schwelende Diskussion über die Wehrpflicht in Deutschland ist erneut entbrannt. Gerade vor dem Hintergrund knapper Kassen ist das teure Modell der Wehrpflicht wieder in die Schusslinie der Politik geraten, zumal man schon seit Jahren nicht mehr von Wehrgerechtigkeit reden kann.

 

 

 

 

Nach dem Willen der FDP sollte eine Entscheidung über die Wehrpflicht noch vor dem nächsten Einberufungstermin am 1. Oktober fallen.
Seit Jahren fordern Experten einen Weg von der Wehrpflicht zu einer schlanken Berufsarmee, die damit mehr Fokus auf die Ausbildung von Spezialisten legen könnte. Auch von vielen Zeit und Berufssoldaten wurde immer wieder kritisiert, dass Wehrpflichtige, nachdem sie die Ausbildung beendet haben, der Truppe eigentlich nur ein paar Tage zur Verfügung stehen. Die Kosten für die Ausbildung eines Wehrpflichtigen sind aber enorm hoch. Außerdem macht es keinen Sinn mit jemanden arbeiten zu müssen, der keine Lust hat, hieß es von einem länger dienenden Soldaten, als er auf die Wehrpflicht angesprochen wurde.  Viele Aufgaben können sowieso nicht mehr von Wehrpflichtigen ausgeführt werden, da die Zeit für die Ausbildung die Zeit der Wehrpflicht um einiges übersteigt.
Ein Verzicht auf die Wehrpflicht würde auch Kapazitäten beim Personal der Bundeswehr freigeben, denn wenn man nicht mehr turnusmäßig die vielen Wehrpflichtigen ausbilden muss, die effektiv doch nicht der Truppe zur Verfügung stehen, dann kann man diese Kräfte auf anderen Gebieten einsetzen. Auch die Qualität der Ausbildung wäre nachhaltiger, denn aufgrund der kurzen Zeit mussten schon viele wichtige Ausbildungspunkte gekürzt oder auch gestrichen werden.
Das Argument ein “Staatsbürger in Uniform“ steigere das Ansehen der Bundeswehr ist bereits seit Jahren überholt. Viel mehr zeigt es sich in den Staaten mit einer Freiwilligenarmee, dass der Dienst am Staat dann auch mehr geachtet wird.
Über den nötigen Nachwuchs wird sich die Bundeswehr auch keine Gedanken machen müssen, denn vernünftige Anreize und die jetzt schon gute Qualifizierung der Zeit und Berufssoldaten wären ein guter Anfang für eine modernere Form der Landesverteidigung. Wenn man dann nur einen Teil der eingesparten Mittel in eine zeitgemäße Ausstattung der Truppe investiert können gleich mehrere Punkte auf einmal erledigt werden.
Die Meinungen in der Politik sind aber immer noch gespalten. Hinzu kommen noch die orakelten Probleme in der Pflege. Kritiker befürchten, dass mit dem Wegfall der Wehrpflicht auch die “Billigarbeiter“ im Zivildienst fehlen würden.
Vernünftig qualifizierte Fachkräfte in der Pflege sind aber wünschenswert, denn Pflegebedürftige haben auch gut ausgebildetes Personal verdient. Zudem wird mit neuen Arbeitsplätzen in der Pflege wieder mehr Kaufkraft durch eine Senkung der Arbeitslosenzahlen bewirkt. Mal davon abgesehen, dass die Qualität der Pflege dadurch erhöht wird.


(msc)

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