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Mit VoluNation in Südafrika - Ein Bericht von Ludwig Emisch aus Markranstädt

am . Veröffentlicht in International

Mit VoluNation in Südafrika - Ein Bericht von Ludwig Emisch aus MarkranstädtEr unterrichtete an einer Grundschule in Kapstadt Mathe und Englisch und spielte in den Pausen mit den Schülern Fußball oder Rugby. Sechs Wochen lang arbeitete der 20-jährige Ludwig Emisch aus Markranstädt als Freiwilliger in Südafrika.

 


Als meine Freunde von dieser Idee hörten, waren sie erstaunt und neidisch. Doch davon ließ ich mich nicht abhalten vom vorerst größten Abenteuer meines Lebens. Raus aus dem Leben in Leipzig und hinein in die bunte Welt Südafrikas! Für mein späteres Lehramtsstudium suchte ich letztes Jahr eine Möglichkeit, ein Praktikum zu machen. Ich stieß im Internet auf die Seite www.VoluNation.com und sah die vielen Angebote in exotischen Ländern. Im Gedächtnis hatte ich noch die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, die mich dazu veranlasste, dieses Land zu bereisen.

Ankunft in Kapstadt

Schon auf dem Flughafen bemerkte ich den herzlichen Umgang und die afrikanische Kultur. Ein Autobus brachte mich zum Freiwilligenhaus, das vielleicht 100 Meter vom Atlantik entfernt im gutbürgerlichen Sea Point liegt. Ich wurde sehr nett vom Hausvater und den anderen Freiwilligen aufgenommen. Mein Ankunftstag war ein Sonntag, ich nutzte den Tag, um ganz einfach mal durch eine komplett andere Welt zu laufen. Ich war den ganzen Tag nur am Staunen über die prächtige Innenstadt von Kapstadt, die trotzdem halb in der Natur zwischen Tafelberg und Löwenkopf liegt.

Unterricht an einer Grundschule

Mein Tag begann zwischen 6.30 und 7.00 Uhr morgens. Meine Schule war etwa zehn Minuten von der Unterkunft entfernt, gleich neben dem großen Fußballstadion. Die Autobusfahrt kostet generell  7 Rand, also umgerechnet etwa 50 Cent von Sea Point bis in die Innenstadt. Meistens bin ich die Strecke von etwa 2,5 Kilometern gelaufen, da man zu Fuß aus meiner Sicht die Stadt besser kennenlernt und natürlich auch wegen dem angenehmen Wetter im südafrikanischen Winter. Sobald ich mich ungefähr zwei Häuserblocks der Grundschule genähert habe, kamen die ersten Kinder angerannt, sie riefen laut „Teacher“ und es kamen immer mehr. Die Schule betrat also meist ein großes Menschenknäuel mit einem großen blonden Jungen in der Mitte. Auf dem Schulhof ging es mehr als turbulent zu, deutsche Schulhöfe sind dagegen „Kindereien“.

Mit VoluNation in Südafrika - Ein Bericht von Ludwig Emisch aus Markranstädt

Irgendwann kam dann der große Gong und die Schüler mussten sich klassenweise zum Beten aufreihen. Nach dieser Prozedur ging es in die Klassenzimmer, die leider in einem relativ schlechten Zustand waren.
Die Schule ging von 8 Uhr bis 14 Uhr, Schuluniformen sind Pflicht. Unterrichtet wurde u. a. Mathematik, Englisch, Afrikaans und Sachkunde. Meine Lehrerin, mit der ich sogar heute noch in Kontakt stehe, war sehr nett. In den ersten beiden Wochen waren meine Aufgaben, Arbeiten zu kontrollieren usw. In der letzten Woche durfte ich sogar einen ganzen Tag unterrichten, das war sehr anstrengend, aber es hat sich mehr als gelohnt.

Fußball und Rugby in den Pausen

Während der Schulzeit gibt es zwei große Hofpausen, die das große Highlight der Kids sind.
Ich habe dann Fußball und Rugby mit den Kindern auf dem Hof gespielt und musste mehrmals feststellen, dass ich gegen eine Riesenhorde aus  9- und 10-Jährigen keine Chance hatte. Aber es war ein Riesenspaß, vor allem für die Kleinen, und das ist ja letztlich der Sinn der Sache. Dementsprechend musste ich auch um 14 Uhr, als die Schule aus war, kämpfen, dass ich es vom Schulhof schaffe.

Ausflüge nach der Arbeit und an den Wochenenden

Da die Schule zentrumsnah lag, nutzte ich die Zeit nach der Schule oft, um die Stadt zu erkunden. Eine Besteigung des Tafelbergs ist Pflicht, eine Rundfahrt durch die Stadt natürlich auch. Ich war in Kapstadt in den vier Wochen so viel Bergsteigen und Klettern wie nie in meinem Leben zuvor. Die Aussicht war immer wieder den langen und beschwerlichen Weg wert. Ich besuchte natürlich auch die Gefängnisinsel Robben Island, in der Nelson Mandela lange Jahre seines Lebens einsaß. Allgemein ist Kapstadt und Südafrika voller Andenken an diese großartige Person. Selbst zu Lebzeiten waren schon Prachtstraßen nach ihm benannt und riesengroße Denkmäler für ihn errichtet.
Zurück in der Unterkunft verabredete man sich oft mit anderen Freiwilligen von VoluNation, für Wochenendausflüge. Es waren nicht nur Deutsche, vor allem Amerikaner, aber auch zwei Freiwillige aus Kasachstan lernte ich kennen. Ich würde die Unterkunft wie eine gute „Klassenfahrtsunterkunft“ bezeichnen. Das Freiwilligenhaus stellte stets Kost und Logis, vor allem das Abendessen in einem benachbarten Restaurant ist hier positiv hervorzuheben. Am Wochenende musste man sich selbst verpflegen, was kein großes Problem war. Spaß war garantiert.
Mit meinen Zimmergenossen habe ich auch einen Wochenendtrip durch die Westkap-Region gemacht, natürlich mit allen Sehenswürdigkeiten und der wunderschönen Natur. Auf dem Weg waren das legendäre Kap der guten Hoffnung, die Cape Winelands, Stellenbosch, eine wunderschöne Universitätsstadt im Stile Tübingens, das Township Kayamandi und das Cape Agulhas, der wirklich südlichste Punkt Afrikas.

Mit VoluNation in Südafrika - Ein Bericht von Ludwig Emisch aus Markranstädt


Hervorheben möchte ich hier vor allem das Armenviertel Kayamandi. Ich hatte ehrlich gesagt vorher Vorbehalte, aber was mich dann erwartet hat, war ein komplett anderes Bild. Die meisten Wellblechhütten sind festen Gebäuden gewichen, die Straßen wurden befestigt, Müll liegt trotzdem noch auf den Straßen, und die Kinder spielen mittendrin. Die Menschen an den Häusern waren auch wieder sehr herzlich, haben sogar mit uns gelacht und Fotos gemacht.
Natürlich fiel es mir nach vier Wochen schwer, wieder nach Hause zu fahren, aber es bleiben die Erinnerungen und der Wunsch, mal wieder vorbeizuschauen.

 

Bericht und Bilder: VoluNation / Ludwig Emisch

 

Über VoluNation

VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.

 

 

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