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Nachterstedt - 1 Jahr danach - Bergbausaniererin informiert über Stand der Untersuchungen

am . Veröffentlicht in Mitteldeutschland

Nachterstedt - 1 Jahr danach - Bergbausaniererin informiert Stand der Untersuchungen Nachterstedt. Am heutigen Donnerstag informierte der Bergbausanierer, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft (LMBV), über den Stand der Untersuchungen und den möglichen Sanierungsmaßnahmen im Unglücksbereich von Nachterstedt.

 

 

 

 

 

 

Fast genau ein Jahr ist es nun her, dass es in Nachterstedt zu dem verheerenden Erdrutsch kam, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, als Häuser und Straßen des Ortes in einem Tagebaunachfolgesee verschwanden.
Als sich 18. Juli 2010 die massive Böschungsbewegung von Nachterstedt ereignete standen die Rettungskräfte genau wie die Bergbausanierer vor einem Scherbenhaufen an menschlichem Leid, welches zu diesem Zeitpunkt niemand erwartet hatte.
Da die Gefahr weiterer Erdrutsche bestand hatte man das Unglücksgebiet in Nachterstedt weiträumig abgesperrt und es wurde davon ausgegangen, dass das vom Erdrutsch betroffene Gebiet vermutlich nie mehr bewohnt werden kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 41 Menschen, die in der Nähe der Abbruchkante wohnten, in die acht evakuierten Häuser zurück zu können, für äußerst gering eingeschätzt. Man gab ihnen zwar die Möglichkeit noch einmal ein paar persönliche Sachen aus ihren Häusern zu holen, doch dafür wurde ihnen wenige Minuten Zeit gegeben.

 

Nachterstedt - 1 Jahr danach - Bergbausaniererin informiert Stand der Untersuchungen

 

Die unmittelbar durch das Unglück betroffenen Anwohner wurden schnell und unbürokratisch von der LMBV entschädigt. Nur die Entschädigung der Gewerbetreibenden soll sich um einiges verzögert haben. Es sollen erst fünf von eigentlich 23 Antragstellern bis heute finanziell entschädigt worden sein. Im August dieses Jahres soll es aber weitere Entschädigungen geben.
Am heutigen Donnerstag informierte der Bergbausanierer LMBV über den Stand der Untersuchungen und den möglichen Sanierungsmaßnahmen im Unglücksbereich von Nachterstedt.
Wie es dabei von Seiten der LMBV hieß, führte eine Vielzahl verschiedener Faktoren zum Erdrutsch am Concordiasee im vergangenen Jahr. Die genaue Ursache der Vorkommnisse sei daher bislang noch nicht zu benennen. Zu den vielen Faktoren gehören unter anderem auch die Hinterlassenschaften des Bergbaus im 19. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt wurde sowohl unter wie auch über Tage gleichzeitig Kohle abgebaut. Hinzu kommen dann noch die hydrologischen Faktoren außerhalb des Tagebaugebiets um Nachterstedt.
Ein weiterer großer Hinderungsgrund der die Aufklärung der Vorkommnisse erschwert besteht dadurch, dass die Gutachter bis zum heutigen Tag nicht ins Zentrum des Schadensgebietes, den Rutschungskessel, vordringen konnte, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV Mahmut Kuyumcu. Erst im Oktober diesen Jahres sollen hierzu erste Ergebnisse kommen, denn dann soll von einem Ponton mit Bohrungen in den Seegrund begonnen werden. Wie es am Donnerstag in Nachterstedt hieß haben die umfangreichen Messungen, die sofort nach dem Unglück veranlasst wurden, keine weiteren nennenswerten Bewegungen im Gebiet des Erdrutsches ergeben.
Der Concordiasee, in den die Häuser und Straßen von Nachterstedt versunken sind, ist bis zum heutigen Tag gesperrt. Die Sanierung des Tagebaurestlochs “Concordiasee“ soll erst nach dem Abschluss der Ursachenforschung fortgesetzt werden. Erst im Jahr 2012 wurde durch den Bergbausanierer eine Teilnutzung des Sees in Aussicht gestellt.


(msc)

 

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