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Automobilmesse AMI 2016 abgesagt

am . Veröffentlicht in Leipzig

Automobilmesse AMI 2016 abgesagtLeipzig. Es hatte sich in den letzten Tagen angedeutet, am heutigen Montag gab die Leipziger Messe die Entscheidung bekannt: die AMI Auto Mobil International 2016 findet nicht statt.

 

 

In der vergangenen Woche hatten immer mehr Hersteller ihre Teilnahme an der AMI 2016, der einzigen großen geplanten Automobilmesse in Deutschland in diesem Jahr, abgesagt. Gab es Anfang Februar nach Messeangaben noch Zusagen von 22 Herstellern mit 27 Marken so schrumpfte das Feld der Teilnehmer bis Montag auf nur noch neun Hersteller. Messechef Martin Buhl-Wagner zog in Absprache mit den Beteiligten die Notbremse. “Der Imageschaden wäre höher, wenn wir versucht hätten, eine Mogelpackung und Hängepartie hinzubekommen“, erläuterte Buhl-Wagner auf der kurzfristig angesetzten Pressekonferenz. “Auch Messen haben Lebenszyklen, das wurde uns hier bewiesen.“

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Trotz der Absage der AMI 2016 verspricht Buhl-Wagner, dass das Thema Auto weiter im Portfolio der Messe bleiben soll. Allerdings wird das Konzept komplett auf dem Prüfstand landen. “Es wird keine Automobilausstellung alter Art sein können“, schätzt Volker Lange, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), die Perspektive einer Automesse in Leipzig ein, unterstützt aber die Hoffnung der Leipziger auf einen Neuanfang im Automobilbereich: “Es war in den 25 Jahren eine insgesamt erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Messe und VDIK. Wir möchten die Arbeit der vielen Jahre nicht aufgeben.“
Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig zeigte sich enttäuscht. “Das ist kein guter Tag für Sachsen“, so Dulig. “Die AMI hat in den zurückliegenden Jahren für eine große Bekanntheit Sachsens und Leipzig als Messe- und Automobilstandort über die Landesgrenzen hinaus gesorgt. Wir werden die Leipziger Messe und den Messestandort Leipzig weiterhin mit allen Kräften unterstützten, um diesen schmerzlichen Verlust zu kompensieren.“
Zu Jahresbeginn hatte die Leipziger Messe zunächst positive Zeichen aus der Automobilbranche erhalten. Trotz der Probleme nach dem Abgasskandal hatte sich Volkswagen zur Messeteilnahme bekannt, wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen als zuletzt 2014. Renault und Toyota wollten, nachdem sie 2014 nicht in Leipzig präsent waren, in diesem Jahr zur AMI zurückkehren. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse, Lange sprach von einem “Dominoeffekt“. Innerhalb weniger Tage sagten alle japanischen Hersteller ab, auch Renault, Citroen, Peugeot und Mercedes nahmen Abstand von der AMI.
Das Thema Verkehr wird im April und Mai in Leipzig dennoch im Mittelpunkt des Messe- und Kongressgeschehens stehen. Am 12. und 13. April findet die new mobility 2016 – Fachmesse zur zukünftigen, verkehrsträgerübergreifenden Mobilität in vernetzten Infrastrukturen von Städten und Regionen – statt, am 12. April zudem der VDIK-Kongress “Alternative Antriebe“. Messe-Geschäftsführer Buhl-Wagner kündigte an, man werde mit den interessierten Autoproduzenten besprechen, ob eine Ausstellung im Rahmen der new mobility denkbar ist.

(ine)

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