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Vorsicht im Umgang mit Silvester-Knallern

am . Veröffentlicht in Deutschland

Vorsicht im Umgang mit Silvester-KnallernLeipzig. Wie in jedem Jahr mahnen Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen zur Vorsicht beim Umgang mit Silvesterknallern, denn in jedem Jahr sind erfahrungsgemäß viele Unfälle bei unsachgemäßer Handhabung zu beklagen.

 

 

 

Deutschlandweit beobachtet die Polizei seit Jahren eine Zunahme des illegalen Handels mit so genannten “Polen-Böllern“. Diese harmlos aussehenden Böller fallen nicht ohne Grund unter das Sprengstoffgesetz, denn diese sind teilweise mit Gips-Pfropfen verdämmt, die beim Explodieren herauskatapultiert werden. Die Polizei versteht unter "Polen-Böllern" umgangssprachlich alle pyrotechnischen Gegenstände, die keine Zulassung durch das Bundesamt für Materialforschung und -Prüfung (BAM) haben. Daher weist auch die Leipziger Polizei darauf hin, nur Feuerwerkskörper zu nutzen, die durch das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassen sind.
Der Rettungsdienst erwartet erfahrungsgemäß an den Tagen um den Jahreswechsel viele Einsätze, die in Zusammenhang mit Feuerwerksartikeln stehen. In vielen Fällen sind leichtere Verletzungen der Grund für die Einsätze. Es werden aber in jedem Jahr schwere Verletzungen der Augen und Ohren durch die Retter vorgefunden. Wichtig ist das Befolgen der Anwendungsvorschriften auf den Verpackungen. Feuerwerkskörper ohne ein Prüfsiegel dürfen in Deutschland nicht genutzt werden.
In der Regel sollten nur die Erwachsenen mit den Knallern hantieren, jedoch sind in jedem Jahr Kinder in der Silvesterzeit in den Notaufnahmen zu finden, weil sie unbeaufsichtigt mit Feuerwerkskörper gespielt haben. Viele Kinder verletzen sich am Neujahrstag an den herumliegenden Blindgängern.
Ein großer Prozentsatz der Unfälle betreffen die Augen und dass in den meisten Fällen durch einen zu geringen Sicherheitsabstand. Fremdkörper sollten nicht von Laienhelfern aus dem Auge entfernt werden. In jedem Fall sollte schnell den Rettungsdienst alarmiert werden.
Für die tierischen Mitbewohner in unseren Haushalten ist die Silvesternacht nicht gerade angenehm, wenn Frauchen oder Herrchen keine Vorkehrungen treffen. Für die Haustiere zählt aber nicht nur die Lautstärke zum Silvesterstress, die im übrigen auch für den Menschen nicht gerade Gesundheitsfördernd ist, sondern auch das Aufblitzen der Lichter ist für die meisten Tiere purer Stress. Die im Haushalt lebenden Tiere benötigen daher gerade in der Silvesternacht besondere Aufmerksamkeit, zudem ist es vorteilhaft, wenn die Haustiere Rückzugsmöglichkeiten bekommen.
In jedem Fall empfiehlt sich der ruhigste Raum der Wohnung als Aufenthaltsmöglichkeit am Silvesterabend, dieser sollte zudem mit Vorhängen oder Jalousien versehen sein.

Eine weitere und zudem sinnvolle Möglichkeit sein Geld am Silvesterabend auszugeben, ist es Aktionen wie “Brot statt Böller“ oder ähnliche zu unterstützen. Dabei hört man es zwar nicht krachen, aber dieses Geld hat sich dann nicht in Schall und Rauch aufgelöst.

Hier ein paar Anmerkungen:

  • Sicherheitshinweise auf der Verpackung beachten!
  • Nur zugelassene Feuerwerkskörper verwenden (mit dem Prüfzeichen des BAM)!
  • Bei Unfällen sofort die Feuerwehr unter 112 benachrichtigen!
  • Knaller gehören nicht in Kinderhand!
  • Keine Knaller in Menschenmengen oder in Richtung von Personen werfen!
  • Knaller nicht in der Hand zur Explosion bringen!
  • In geschlossenen Räumen nur die dafür vorgesehenen Tischfeuerwerke nutzen!

 

Wenn doch etwas passiert ist, hier wichtige Hinweise zum Notruf:

Notrufnummern:

Feuerwehr / Rettungsdienst:   112
Polizei:   110

Welche Angaben sind wichtig:

  • Wo geschah es?
  • Was geschah?
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Art der Erkrankung/Verletzung liegt vor?
  • Warten auf Rückfragen!


(msc)



Hinweise des Bundesamtes für Materialforschung und -prüfung (BAM)


Vorsicht im Umgang mit Silvester-Knallern - BAM Hinweise

Diese Nummern sind wichtig:

Auf einem geprüften Feuerwerkskörper sieht man eine Reihe von Nummern, die schnell verwirren können:

Wichtig ist die Registriernummer. Bei der Nummer geben die ersten vier Ziffern die Kennnummer der Benannten Stelle an, die die Baumusterprüfung durchgeführt hat. 0589 steht für die BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Andere vierstellige Nummern stehen für andere Benannte Stellen innerhalb der EU.

Zu finden ist auch eine BAM-Identifikationsnummer, zum Beispiel „BAM-F2-0001“. In Deutschland verkaufte Produkte müssen eine Identifikationsnummer mit diesem BAM-Hinweis haben (die BAM-ID-Nummer).

Darüber hinaus befindet sich auf dem Artikel ein CE-Kennzeichen. Hinter dem CE-Kennzeichen ist eine vierstellige Nummer, die für die Benannte Stelle steht, die die Überwachung der Qualitätssicherung beim Hersteller durchführt (z.B. 0589 für die BAM).

Mit dem 1. Oktober 2009 ist die europäische Richtlinie 2007/23/EG für das Inverkehrbringen von pyrotechnischen Gegenständen in Deutschland umgesetzt worden. Feuerwerkskörper, die bis zum 30. 9. 2009 eine BAM-Zulassung bekamen, sind bis 3. 7. 2017 weiterhin gültig und müssen aber das Zulassungszeichen der BAM aufweisen: BAM PI oder PII – (vierstellige Nummer) also z.B. BAM-PII-1850. Diese Artikel tragen keine Registrier- oder ID-Nummer.

 

Weitere Merkmale

Zur Kennzeichnung, und damit auf jedem in Deutschland zugelassenen Feuerwerksartikel, gehören aber weitere Merkmale:

  • Name und Adresse des Herstellers (oder Name des Herstellers und Name und Adresse des Importeurs), sowie für Deutschland die Telefonnummer des Herstellers oder Importeurs
    Art des Gegenstandes, z.B. Knallkörper, Feuerwerksrohrbatterie, Rakete oder Fontäne. Die Bezeichnung muss in Großbuchstaben erfolgen, sowie bei Römischen Lichtern die Anzahl der Schüsse enthalten.
  • Angabe der Kategorie in Großbuchstaben: z.B. KAT.2 (Kategorie 2) für Knallkörper, Feuerwerksrohrbatterien, Raketen, Fontänen etc.; KAT.1 (Kategorie 1) für Artikel wie Knallerbsen, Tischfeuerwerk, Knallbonbons, Bodenfeuerwirbel, Wunderkerzen etc.
  • Gebrauchsanweisung in Deutsch
  • Altersgrenze
  • Schutzabstand, zum Beispiel bei Feuerwerkskörpern der Kategorie 1 von einem Meter und bei Feuerwerkskörpern der Kategorie 2 von acht Metern
  • NEM steht für Nettoexplosivstoffmasse. Dort findet man eine Angabe in Gramm. Die NEM darf bei Knallkörpern maximal sechs Gramm betragen, bei Batterien 500 g und bei Kombinationen mit Fontänen 600 g.


Darüber hinaus ist das Siegel des Verbandes der pyrotechnischen Industrie VPI ein gutes Indiz für legales Feuerwerk. Feuerwerkskörper sollte man zudem nur in seriösen Verkaufsstellen erwerben.
Auf der Verpackung befinden sich weitere Nummern mit dem BAM-Kürzel, die oft fälschlicherweise als Zulassungsnummer gedeutet werden. Nummern wie BAM–4785/05–VHK oder BAM–0281/06–VP beziehen sich auf eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für das Zurschaustellen gemäß Sprengstoffgesetz. VP steht beispielsweise für eine Verpackung aus Pappe, VHK für eine Verpackung aus Hartkunststoff.
Ein guter Weg einer falschen oder gefälschten Prüf- oder ID-Nummer auf die Schliche zu kommen ist, diese bei Google einzugeben. Gleich einer der ersten Treffer führt zur Datenbank der BAM, in der alle zugelassenen Feuerwerksartikel (auch jene, die nicht mehr verkauft werden) mit ihren Nummern und den Typbezeichnungen aufgelistet sind.
Übrigens: Das Abbrennen von illegalen Feuerwerkskörpern ist nicht nur gefährlich, sondern stellt auch eine Straftat nach § 40 Sprengstoffgesetz dar und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr (oder Geldstrafe) geahndet werden. Händler, die wissentlich nicht zugelassene Feuerwerkskörper verkaufen, können mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren belangt werden.

(Quelle: BAM)


 

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