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HGB Leipzig immatrikuliert geflüchtete Künstler und Designer

am . Veröffentlicht in Leipzig

HGB Leipzig immatrikuliert geflüchtete Künstler und DesignerLeipzig. In einem bundesweit einmaligen Projekt nehmen derzeit 15 geflüchtete Kunst- und Grafikstudenten ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig auf.

 

 

Am heutigen Dienstag, dem 4. Oktober, wurden die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Akademie für transkulturellen Austausch (ATA) an der HGB Leipzig feierlich immatrikuliert. Das Programmstudium an der Leipziger Kunsthochschule bietet erstmals geflüchteten Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet die Möglichkeit, ihre akademische Qualifikation als ordentlich Immatrikulierte fortzusetzen. Mit der Aufnahme von Geflüchteten verbindet die HGB die große Aufgabe, Transkulturalität im Studienalltag zu leben, und damit nicht nur ihre Willkommenskultur für ausländische Studierende und Lehrende weiterzuentwickeln, sondern auch die Internationalisierung der Lehre zu intensivieren. Unter Federführung von Prof. Rayan Abdullah wurden bereits im Oktober 2015 die ersten Vorbereitungen getroffen, so dass der Senat der HGB die Gründung einer Akademie für transkulturellen Austausch im Juni 2016 bestätigen konnte.
15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben so die Gelegenheit, in einem auf vier Semester angelegten Programmstudium ihre begonnenen Ausbildungen fortzuführen und haben zudem die Chance, in einen regulären Diplomstudiengang an der HGB zu wechseln. Sechs Flüchtlinge wurden heute immatrikuliert, neun weitere werden im Laufe des Semesters dazu stoßen, sobald deren Residenzpflicht in anderen Bundesländern aufgehoben ist.
Wie die HGB betont, ist die ATA eine Gesamtinitiative der Hochschule, an der neben Lehrenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Alumni auch die Studierenden aktiv beteiligt sein werden. So entwickelten sie das Programm “Open the Opening“. Die Veranstaltungsreihe soll einen Prozess der Reflexion und Selbstkritik in Gang setzen und geht der Frage nach den Bedingungen transkulturellen Austauschs im Kontext Kunstakademie nach.
Sachsens Kunstminister Eva-Maria Stange dankte Prof. Rayan Abdullah für sein Engagement. “Unter den vielen nach Deutschland Geflüchteten sind auch junge Menschen, die in ihrer Heimat gerade ein Kunst- oder Grafikstudium absolvierten, es jedoch nicht abschließen konnten“, so Stange anlässlich der Immatrikulation. “Dank Prof. Rayan Abdullah und vielen anderen begeisterten Unterstützern ist es nun gelungen, 15 Flüchtlingen die Aufnahme eines Studiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig zu ermöglichen. Das ist in dieser Form einmalig in Deutschland und beispielhaft. Ich bin froh, dass es jungen begabten angehenden Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht wird, bei uns ihr Studium weiterführen oder aufnehmen können. Das ist für uns alle eine Chance: für gute Integration, Austausch, neue Sichtweisen und ein lebendiges Miteinander.“  Die Hochschule für Grafik und Buchkunst sei eine Kunsthochschule, die in über 250 Jahren ihrer Existenz Spuren in den Leben unzähliger Künstlerinnen und Künstler hinterlassen habe, so die Ministerin weiter. “Lehrende wie Studierende haben hier eingestanden für Werte wie Toleranz, Respekt, Verantwortung und Unbestechlichkeit. Uns auf diese Werte zu besinnen, sie zu schätzen und auch zu leben, ist heute ganz besonders wichtig“, betonte Stange und verwies auf das Engagement der letzten Monate: “Ich weiß, dass gerade die Künstlerinnen und Künstler in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder zu diesen Werten gestanden und sie eingefordert haben.“

(ine)

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